Kleine Wohnung, großer Stauraum: ungenutzte Flächen clever nutzen
Mietwohnungen in deutschen Städten werden kleiner, die Mieten steigen, und trotzdem sammeln sich Dinge an, für die angeblich kein Platz da ist. Wer genau hinsieht, entdeckt jedoch Flächen, die jahrelang leer bleiben: die Fensterbank, die Nische neben dem Kühlschrank, der Raum unter dem Bett, die Rückseite der Wohnzimmertür. Diese Zonen kosten keine zusätzliche Quadratmeter und lassen sich mit wenig Aufwand in echten Stauraum verwandeln. Entscheidend ist, dass man die Fläche vorher ausmisst und realistisch einschätzt, welche Last sie tragen kann. Eine Fensterbank aus Gipskarton hält andere Gewichte aus als eine massive Betonplatte.
Wer die Fensterbank als Stauraum nutzen möchte, sollte zunächst prüfen, wie viel Tiefe und Höhe tatsächlich zur Verfügung stehen. Flache Kästen mit Rollen oder Klappdeckeln passen unter viele Fenster, ohne den Lichteinfall zu blockieren. Wer mietet, darf bohren meist nur mit Zustimmung, deshalb sind Lösungen mit Klemmträgern oder Spannstangen praktischer. Ein schmaler Regalboden auf Konsolen, der die Fensternische quert, schafft Ablagefläche für Bücher, Pflanzen oder Küchenvorräte, ohne dass ein Loch in die Wand muss. Wichtig ist, den Heizkörper darunter nicht zu verdecken, sonst leidet die Wärmeabgabe und im schlimmsten Fall entsteht Feuchtigkeit an der Wand.
Neben der Fensterbank lohnen sich drei weitere Zonen. Der Raum zwischen Schrankoberkante und Decke nimmt Körbe und saisonale Kleidung auf, sofern die Möbel standsicher sind. Unter dem Bett verschwinden flache Boxen mit Bettwäsche oder Schuhen, wenn der Rahmen mindestens 20 Zentimeter hoch ist. Und die Innenseite von Schranktüren trägt Haken, Spiegel oder schmale Regale für Gürtel, Gewürze oder Putzmittel. All diese Maßnahmen verändern die Wohnung, ohne dass man sie umbauen muss. Beim Auszug lassen sich die meisten Systeme rückstandsfrei entfernen, was gerade für Mieter entscheidend ist.
Wer systematisch vorgeht, braucht keine teuren Möbel. Zuerst wird gemessen, dann notiert, was tatsächlich verstaut werden soll, und erst danach gekauft. Kartons, die nie geöffnet werden, gehören aussortiert, bevor neuer Stauraum entsteht. Eine kleine Wohnung wirkt größer, wenn Flächen doppelt genutzt werden und nichts herumsteht. Wer diese Reihenfolge einhält, gewinnt Platz, ohne die Wohnung zu verändern.